Meta enteignen: Warum soziale Netzwerke in öffentliche Hand gehören

Meta enteignen: Warum soziale Netzwerke in öffentliche Hand gehören

Die sozialen Netzwerke, die einen immer größeren Teil unseres öffentlichen Diskurses ausmachen, befinden sich nahezu vollständig in der Hand weniger privater Konzerne. Ob Facebook, Instagram oder WhatsApp – sie alle gehören zu Meta. TikTok wiederum wird von ByteDance kontrolliert. Diese Monopolisierung der Kommunikationsinfrastruktur bringt gravierende Probleme mit sich, die dringend diskutiert werden müssen.

Info

Der Grund für den Artikel und warum wir uns mit dem Thema beschäftigt haben liegt darin, dass unsere Instagram Kanäle von Anfang August bis Mitte Januar gesperrt waren und Sie nur mit Hilfe eines Anwalts entsperrt werden konnten.

Private Zensur und demokratische Gefahren

Ein zentrales Problem ist die Regulierung von Inhalten durch diese Konzerne. Plattformen wie Meta entscheiden, was sichtbar bleibt und was zensiert wird – und das meist ohne klare Erklärungen oder transparente Verfahren. So auch bei anderen Linksjugend [‘solid] Basisgruppen Accounts wie Essen, Dortmund, Münster oder München, auch dort ohne Angabe von genauen Gründen oder einer Chance auf Entsperrung. Diese Praxis zeigt, wie leicht unbequeme oder nicht genehme Meinungen aus der digitalen Öffentlichkeit entfernt werden können.

In einer Demokratie ist es jedoch unerträglich, dass wenige privatwirtschaftliche Akteure die Macht haben, den Diskurs zu steuern. Öffentliche Debatten, politische Bewegungen und gesellschaftliche Entwicklungen werden massiv beeinflusst, wenn bestimmte Stimmen unterdrückt werden können. Es entsteht eine neue Form von Zensur, die nicht durch staatliche Institutionen, sondern durch profitorientierte Konzerne ausgeübt wird.

Eine Alternative: Soziale Netzwerke in öffentliche Hand

Statt private Monopole zu stärken, könnte man soziale Netzwerke in öffentliche Hand geben. Die Plattformen würden dann nicht mehr im Interesse von Aktionären und Werbekunden handeln, sondern im Sinne des Gemeinwohls. Wie könnte das aussehen?

  1. Öffentliche Kontrolle: Soziale Netzwerke könnten ähnlich wie öffentlich-rechtliche Medien organisiert werden. Eine unabhängige Kontrollinstanz würde sicherstellen, dass die Plattformen transparent und demokratisch arbeiten. Entscheidungen über Inhalte wären nachvollziehbar und an ethischen Standards orientiert.

  2. Gemeinnützige Stiftungen: Eine andere Möglichkeit wäre, soziale Netzwerke von gemeinnützigen Organisationen betreiben zu lassen, ähnlich wie es bei Wikipedia der Fall ist. Die Plattformen würden durch Spenden und öffentliche Mittel finanziert, statt durch Werbung oder Datenverkauf.

  3. Freie und dezentrale Plattformen: Eine weitere Option wären offene und dezentrale Netzwerke, die von den Nutzer*innen selbst verwaltet werden. Technologien wie das Fediverse oder Mastodon zeigen, dass dies durchaus möglich ist.

Warum Meta enteignen?

Die Idee, soziale Netzwerke in öffentliche Hand zu überführen, mag radikal klingen, aber sie ist dringend notwendig. Die Kontrolle über unsere digitale Infrastruktur darf nicht in den Händen weniger Konzerne bleiben, die ihre Entscheidungen hinter verschlossenen Türen treffen.

Ein Unternehmen wie Meta zu enteignen würde nicht nur den öffentlichen Diskurs stärken, sondern auch sicherstellen, dass soziale Netzwerke ihrem Namen gerecht werden: Ein Ort der Vernetzung für alle, ohne Diskriminierung, Zensur oder kommerziellen Hintergedanken. Es ist Zeit, darüber ernsthaft nachzudenken – bevor unsere Demokratie weiter ausgehöhlt wird.

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